Teneriffa

Teneriffa 2020

Vor genau 20 Jahren besuchte ich mit meinem Vater Teneriffa zum ersten Mal. Ziel unseres kleinen Spähtrupps war es, verschiedene Optionen für eine Finca und damit einen dauerhaften Standort für meine Eltern zum Überwintern zu finden. Beide hatten wir ähnliche Ansprüche auf unserer Liste stehen. Was damals eine komplette Ruine an zwar spektakulärer Stelle war, ist heute eine wirklich ansehnliche Finca mit ebensolchem Blick auf den Atlantik und den Teide und absoluter Ruhe in Alleinlage.

Finca Castillo

Erstaunlicherweise fragten mich mehrere Menschen aus meinem Umfeld unabhängig voneinander, warum ich denn in der Vergangenheit jeweils „nur“ zwei Wochen Teneriffa besuchte. Das habe ich mir dieses Mal zu Herzen genommen und gleich mal verdoppelt auf vier Wochen. Eine gute Entscheidung. Denn warum habe ich mein Leben gemäß einem meiner höchsten Werte – Freiheit – so eingerichtet und nehme mir eben jene dann nicht? Also vier Wochen sollten es sein: Von Mitte Dezember bis Mitte Januar.

Das Wetter

Und wir hatten Glück mit dem Wetter. Die Kanaren im Allgemeinen und Teneriffa im Speziellen sind zwar ohnehin bekannt für ihr besonders gutes Klima (angeblich das beste der Welt), aber dieses Jahr war es besonders stabil und warm (auch auf der Nordseite von Teneriffa).

Blick über den Atlantik

Einen Mietwagen braucht man schon, wenn man unabhängig sein will und all die spektakulären Locations direkt ansteuern möchte. Aber dann ist man auch weitgehend autark, was das Wetter betrifft. Selbst wenn sich mal die Wolken an der Nordseite des Teide auftürmen und vielleicht sogar abregnen – in 15 Minuten ist man mit dem Auto am Erjos-Pass und im Süden scheint dann (ziemlich sicher) die Sonne.

Trainingslager

Bereits in der Vergangenheit hatte ich öfter mein eigenes Fahrrad mitgebracht, aber noch nie habe ich das Thema „Training“ so ernst genommen, wie in diesem Jahr. Und es hat einen riesen Spaß gemacht, bei Sonnenschein und blauem Himmel über die Lava-Trails zu heizen. Da ich ja in 2020 erneut den Fokus auf den Cross-Triathlon und meine Titel-Verteidigung des „XTERRA European Tour Champions“ im Auge habe, nahm ich selbstverständlich mein zuverlässiges und vertrautes SCOTT Spark RC mit.

SCOTT Speak RC

Dazu natürlich diverse Laufschuhe (2 Paar für die Straße, 2 Paar für die Trails) sowie die Schwimm-Sachen. Denn anders als in der Vergangenheit, wo ich ja jeden Winter total faul einfach mal GAR NICHT geschwommen bin und erst im Frühjahr die ersten kruden Schwimmversuche unternahm, hatte ich mir diese Jahr fest vorgenommen, durchzuschwimmen. Denn 2020 möchte ich mich gern mal nicht im Niemandsland zwischen 1. und 2. Schwimmgruppe abmühen und unnötig Zeit verlieren. Ergo buchte ich auch einen ganzen Monat in meinem Lieblings-Pool in Buenavista del Norte (auch wenn der ein Stückchen weg ist). Aber ich verband das stets mit einer weiteren Rad- oder Laufeinheit. Denn im Nordwestteil der Insel („Isla Baja“) ist es so flach wie sonst nirgendwo. Und irgendwann reichen dann auch mal die Höhenmeter! 😉

Pool in Buenavista del Norte

Schwimmen – Radfahren – Laufen

Also beim Schwimmen eine Mischung aus „richtigem“ Training im Pool und „Planschen“ im Meer (bei ca. 21°C Wassertemperatur).

Beim Biken ebenfalls eine Mischung aus „richtigem“ Training auf der Straße und flowigem Soul-Riding auf den Lava-Trails der Isla.

Und beim Laufen ebenfalls eine Mischung aus „richtigem“ Training und flowigen Trails an den verschiedensten Locations der Insel. Beim Laufen musste ich allerdings erstmal die üblichen Anfangs-Zipperlein ablegen, die sich bei der unsäglich schlechten Kombination aus Kälte und Nässe zuhause aufgetan hatten. Aber nach kurzer Zeit in der Sonne und Wärme lief alles wie geschmiert und gerade die langen Läufe machten richtig Laune!

Onkel Jörgi und Engele

Danke an mein Engele, die mich oft begleitete (wenn Du Dich dann in Zukunft auch an meine Vorgaben hälst und nicht verloren gehst, wird das NOCH besser!). Und danke auch an Laufkumpel und Familienfreund Peter, der mich ebenfalls begleitete.

Onkel Jörgi und Peter

Das Essens- und Kulturpaket

Ansonsten waren gerade die ersten beiden Wochen geprägt durch ausgelassene Völlerei dank Weihnachten und diversen Geburtstagsfeiern. Mama’s Weltklasse-Gutsle gaben mir dann vollends den Rest und ich hatte Mühe, trotz deutlicher Trainingsumfänge, nicht zwei Sitze in der Maschine nach Hause buchen zu müssen.

Verschiedene Konzerte standen auch dieses mal wieder auf dem Programm. Mein persönlicher Favorit war das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach im Auditorio de Tenerife.

Diesmal habe ich wirklich jede Ecke von Teneriffa besucht. Auch wenn die besten Trails – sowohl zum Mountain Biking, als auch zum Trailrunning – im Norden der Insel liegen (Anaga-Gebirge, Teno-Gebirge, Arenas Negras), so verirrte ich mich auch öfter in DIE Sonnenregion Teneriffas, der Costa Adeje. Und auch oben die Cañadas habe ich diverse Mal unsicher gemacht.

Sonnenuntergang in Alcalá

Gipfelüberschreitung des Teide

Nach langer Zeit habe ich mir einmal mehr den Gipfelsturm auf Spaniens höchsten Berg, den 3.718 Meter hohen Pico de Teide, gegeben. Das Ganze in der „Sonnenaufgangs-Version“. Also mit Stirnlampe in der Nacht an der TF-21 unterhalb der Montaña Blanca los, um bei Sonnenaufgang auf dem Gipfel zu sein. Ein wahnsinnig erhabenes Gefühl! Das spektakulärste aber finde ich (1) diesen ersten Streifen ROT, wenn aus der dunklen Nacht sich langsam der neue Tag ankündigt (etwas, dass man so nur auf Flügen nach Osten) erleben kann). Und (2) auf dem Gipfel zu stehen und weit unten auf der Wolkendecke den „eigenen“ Schatten zu sehen. Einfach faszinierend!

Auf dem Gipfel des Pico de Teide

Veränderung

Viele Dinge haben sich in den letzten Jahren auf Teneriffa verändert. Nicht alles zum Besseren (deutlich mehr Verkehr als früher), aber vieles eben schon: Die Straßen sind DEUTLICH verbessert und jetzt (fast) perfekt, die Trails sind nun praktisch idiotensicher markiert und diese unglaublich tollen Schilder, die es in Deutschland nie geben wird (fürchte ich), die es aber ohnehin nur für die Touristen braucht. Denn die Spanier sind wie immer extrem höfliche, defensive Autofahrer. Sie sind freundlich und verfügen über eine beeindruckende Geduld. Sie würden NIE hupen, drängeln oder zu dicht überholen.

Ruta Cicliste Schild

Fazit

Es war wieder eine Bomben-Zeit auf Teneriffa. Die Insel ist so vielfältig und bietet – gerade für Biker, Triathleten und Trailrunner – so unglaublich gute Trainingsmöglichkeiten. Allerdings ist auch wahr, dass eine gut ausgeprägte Grund-Fitness bei DEN unvermeidlich bergigen Strecken vonnöten ist.

Das Wetter war wieder ein Traum und der Klimawandel scheint auch an den Kanaren nicht halt zu machen (es wird immer wärmer).

Dazu ist es so einfach, mit diversen Airlines rasch und unkompliziert runter zu jetten, sich für ultra-kleines Geld einen Mietwagen zu besorgen (ich habe erneut nur etwas mehr als 11 Euro pro Tag bezahlt). Naja, und wenn man dann noch den Vorteil hat, freie Kost und Logis zu erhalten, ist das Paket perfekt.

Abend in Santiago de Teide
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Ein Kommentar

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