Ironman 70.3 WM

Ironman 70.3 WM

Das waren mal wieder sehr spannende Titelkämpfe. Nizza als Schauplatz der Ironman 70.3 WM halte ich für eine ideale Wahl. Perfekte Bedingungen für ein Rennen dieses Ausmaßes und die ganze Historie dahinter – einfach klasse. Auch die zwischenzeitlich schon fast zur Tradition gewordene Teilung in ein Frauenrennen am Samstag und ein separates Herrenrennen am Sonntag halte ich für eine gute Idee. Mit 5.700 Athleten war das die größte WM aller Zeiten. Davon entfallen ganz grob ein Drittel auf die Mädels und zwei Drittel auf die Jungs. Dabei kommen die Starter aus aller Herren Länder und decken die ganze Alterspyramide von 18 bis 80 ab. Triathlon ist damit neben dem Laufen DER Breitensport.

Die Erwartungen

Nun zu meinen Erwartungen und wie sich die beiden Rennen entfalteten. Bei den Damen gab es keine große Überraschung an der Spitze – Daniela Ryf ist und bleibt der Standard auf der Langdistanz. Dabei hatte ich nie den Eindruck, dass irgendeine andere Dame da in irgendeiner Weise Druck machen konnte. Am ehesten noch Holly Lawrence (auch keine große Überraschung), aber spätestens auf der Laufstrecke packte „the bird“ den Hammer aus und legte mal geschwind ein paar Minuten zwischen sich und den Rest der Welt. Klare Favoritin auch für Kona: Daniela Ryf. Sie ist und bleibt momentan eine Klasse für sich.

Ironman 70.3 WM

Das Männer-Rennen

Anders bei den Herren der Schöpfung. Da scheint das Feld immer näher zusammen zu rücken. Ein schwaches Schwimmen (wie das von Sebi) wird sofort abgestraft. Von insgesamt schwachen Leistungen (wie von Patrick Lange – wie von mir erwartet auf der Distanz in diesem Feld) ganz abzusehen.

Ganz vorne sicher eine Überraschung (nicht nur für mich). Dass Gustav Iden allen davonlaufen würde zu seinem ersten Weltmeistertitel – das hatte ich so nicht auf der Rechnung. Ich hatte zwar in meinem Vorbericht gestern die Norweger grundsätzlich auf dem Zettel, aber für GANZ VORNE (und wenn, dann eher Kristian Blummenfelt)… Respekt! Ganz großes Kino!

Dass die Kurzdistanz-Jungs laufen können – das ist klar. Dass sie zwischenzeitlich nicht nur lutschen und gemütlich auf’s Laufen warten – das hat sich auch schon rumgesprochen. Aber dass die Buben auf so einem selektiven Kurs den Langdistanz-Cracks den Hintern versohlen können – damit hatte ich nicht gerechnet. Und der Lauf von Iden – eine Augenweide! Schön, effizient…und schnell!

Dadurch, dass sich die Top 3 so stark beim Radfahren absetzen konnten wurde es hintenraus fast langweilig. Irgendwann war klar, dass da niemand mehr kommen kann. Was soll man auch laufen, wenn vorne nach dem harten Biken immer noch 1:08/1:10/1:12 h gelaufen wird? Ergo musste sich auch ein Kristian Blummenfelt (vor ein paar Tagen noch Sieger beim WTS Grand Final in Lausanne) mit Platz 4 begnügen. Und dahinter? Ein wie entfesselt laufender Sebastian Kienle (wie in allerbesten Tagen!) – mit der zweitschnellsten Laufzeit des Tages hängt er noch Super-Läufer wie Javier Gomez und Bart Arnouts ab! Das lässt definitiv hoffen für Kona. Wenn da nur nicht sein einmal mehr unterirdisch schlechtes Schwimmen gewesen wäre… Warum er das in all den Jahren nicht wenigstens ein bisschen besser in den Griff bekommt? Für Kona können wir nur hoffen, dass er an so Jungs wie Cam Wurf oder Andi Dreitz dran bleibt. Apropos Andi: Der hat wohl Kontakt mit dem Asphalt bekommen und wir dürfen hoffen, dass da nichts Größeres passiert ist und er in Kona am Start steht. Das könnte auch für die Renndynamik auf dem Queen K ein entscheidender Faktor sein.

Wir dürfen gespannt sein!

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