Warum Coaching

Warum überhaupt Coaching?

Ich war wieder einmal coaching-technisch im Freibad. Dabei sind mir mehrere Dinge aufgefallen und ich fragte mich: „Warum überhaupt Coaching?“

  • Ein guter Coach kennt aus Erfahrung die Standard-Fehler bereits.
  • Er kann diese Fehler herauskristallisieren und verbalisieren.
  • Er bringt Verbesserungsvorschläge in einer Art und Weise rüber, die der Lernende gut aufnehmen und umsetzen kann.

Die wirklich wichtige Erkenntnis dieses Tages war jedoch eine andere. Ich studierte noch eine ganze Zeit, wie die anderen Schwimmer (frei – für sich) schwammen. DAS war interessant!

Ich möchte niemandem zu nahe treten, aber wenn ich an einem Sonntag-Nachmittag den Nicht-Profis bei ihrem Training zusehe, tränen mir die Augen. Überwiegend wurde dort eine so suboptimale (im Grunde unterirdisch schlechte) Technik vorgeführt, dass ich nicht sicher war, ob ich lachen oder weinen soll.

Meine Erkenntnis des Tages beruht auf mehreren Fragen:

  • Warum nutzen diese vielen Schwimmer und Triathleten nicht einen professionellen Coach, um gezielt an ihren Fähigkeiten an dieser sehr techniklastigen Sportart zu arbeiten?
  • Warum schwimmen sie Kilometer für Kilometer in einer miserablen Technik, kommen nicht richtig vom Fleck (das muss doch frustrieren?!), verausgaben sich sowohl im Training als auch im Wettkampf übermäßig und erhöhen zu guter letzt noch die Chance von Verletzungen.
  • Warum stellen sie sich nicht die wichtigste aller Fragen?

Was müsste ich tun, um schneller (besser) zu werden?

Das Gleiche kenne ich ja auch aus meinem beruflichen Umfeld. Ich sehe jedes Jahr hunderte von Führungskräften und Mitarbeiter größerer Unternehmen, die meist recht professionell aufgestellt sind. Aber nur Wenige leisten sich auf eigene Rechnung einen professionellen Coach und setzen sich mit ihm zusammen, um gezielt an Verbesserungspotenzialen zu arbeiten. Da bleiben wir lieber auf mittelmäßigem Niveau hängen, ohne weiter zu reflektieren.

Also wieder eine schöne Parallele zwischen meinem Job als Triathlon-Coach und meinem beruflichen Treiben als Kommunikationstrainer & Business Coach. Wie Jack Daniels, der große Running-Coach, so schön gesagt hat

„Warum mache ich diese Trainingseinheit? Was ist der Sinn und Zweck?“

Denn ohne Sinn trainieren kann natürlich aus dem reinen Spaß-Gedanken in Ordnung sein. Aber die meisten Athleten in meinem Umfeld reisen von Wettkampf zu Wettkampf, wollen sich messen mit Ihresgleichen, werfen gar unerlaubte leistungsfördernde Mittel ein, zumindest aber „Vitamine und so“, kaufen sich Carbonräder für 8.000 Euro und investieren ganz allgemein Unmengen an Zeit und Geld in ihr „Hobby“. Warum nicht relativ kleines Geld in einen professionellen Coach investieren, um kurzfristig deutlich weiter zu kommen? Warum überhaupt Coaching?

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0 Comments

  1. „… und investieren ganz allgemein Unmengen an Zeit und Geld in ihr „Hobby“. Warum nicht relativ kleines Geld in einen professionellen Coach investieren, um kurzfristig deutlich weiter zu kommen?

    Oder wenigstens ein bisschen Grips und Selbstkritik, um bei anderen zuzusehen und von diesen zu lernen. Du sprichst mir aus der Seele.

    Ein schöner und informativer Blog, den ich seit Kurzem verfolge. Auch als „alter Hase“ kann man immer wieder mal was Neues lesen.

    Viele Grüße
    Uli

  2. Freut mich, wenn er Dir gefällt und Du „etwas rausziehen“ kannst, Uli.
    Und natürlich Danke für die Blumen. Ist mir eine Freude und Ehre, wenn ich andere Menschen weiter bringen kann. Und wenn’s nur hilft, „ein bisschen Grips und Selbstkritik“ anzustacheln . . .
    Beste Grüße,
    Jörg

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