Komfortzone

Raus aus der Komfortzone

Einsteigen möchte ich mit dem Thema „Raus aus der Komfortzone“ mit einem Zitat der Triathlon- und Trainerlegende John Hellemanns, der diverse Athleten in die Weltspitze geführt hat:

„When I want to quit, I know I’m going at appropriate race pace.“

Nach diesem „harten“ Einstieg: Lass‘ mich erklären! Wir reden hier nicht über Hobbysportler und Feierabend-Jogger. Alles gut. Wir reden hier auch nicht allein über Training, sondern v.a. über die Rennsituation. Wenn ich mal als Zuschauer Athleten bei einem Wettkampf anfeuere, muss ich mich immer wieder fragen, warum diese Menschen hier und jetzt wertvolle Ressourcen einsetzen, um dann über beide Ohren strahlend durch eine mehr oder minder hässliche Stadt (City-Marathon) zu joggen. Warum nur? Leute: Das ist ein Rennen!

Rennen

Die ganze Idee eines Rennens ist

  1. Sein absolut Bestes zu geben (alles zu zeigen, was da ist)!   …und ja, auch…
  2. Sich im direkten Wettstreit mit anderen zu messen.

Das heißt, dass für mich ein Rennen vor allem auch eine Möglichkeit ist, an meine derzeitigen, individuellen Grenzen zu gehen. Für alles andere brauch ich doch nicht Blut, Schweiß und Tränen (ganz abgesehen von recht substanziellen Summen an Geld) einzusetzen. Dann gehe ich doch lieber allein Joggen im Wald (was ich nebenbei gerade mache: Keine Ambitionen – kein Wettkampf!). Ein zentraler Teil der Wettkampf-Erfahrung ist es doch – zumindest im Profi- und ambitionierten Amateursport – Höchstleistung zu erbringen. Und die fühlt sich nun einmal per definitionem nicht angenehm an. Sie ist eher das genaue Gegenteil des Wohlfühlbereichs.

Das heißt natürlich nicht, dass es immer so zugehen sollte. Ganz und gar nicht. Der Top-Leistungsbereich ist auch und gerade bei mir nur für den Wettkampf reserviert. Das ist auch der Grund, warum es viele Trainingsweltmeister gibt, aber nur ganz wenige „richtige“ Weltmeister. Und selbstverständlich sollte mit dem Top-Leistungsbereich extrem verantwortungsbewusst umgegangen werden – gerade als Coach! Aber ab und zu muss ich halt auch mal im Training ordentlich „auf die Kacke“ hauen – sonst weiß der Körper ja gar nicht, wie sich das im Rennen anfühlt.

run_ziel-Joerg

Wohlfühlbereich im Leben

Zum Schluss ein eher philosophischer Gedanke: Ich habe den Eindruck (und fühle das auch ganz konkret bei mir selbst), dass wir in unserer verwöhnten Wohlfühl-Gesellschaft alle am liebsten zu jeder Zeit in dieser Komfortzone verharren wollen. Und naturgemäß müssen wir dann in dieser Situation in Deutschland auch noch jammern, wie schwer alles ist.

Ein aus meiner Sicht zentrales Lebensthema ist Wachstum, Lernen, Entwicklung. Und das findet vor allem dann statt, wenn ich das System aus der Balance schubse, ihm regelmäßige Wachstumsimpulse gebe. Genau das ist auch die Aufgabe eines exzellenten Coaches – ob im Sport oder im Rest des Lebens!

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0 Kommentare

  1. Nebenbei sieht man auf dem Zielfoto ganz gut, dass es mir da nicht mehr ganz gut ging. Limit halt. Definitiv außerhalb des Wohlfühlbereichs. Klar geradeaus blicken war nicht mehr ganz möglich…und sauber auf den Beinen halten auch nicht. 😮

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