Risk & Return

Risk and Return

Heute möchte ich mich dem Thema „Risk and Return“ widmen. Ich sehe da draußen einfach zu viele Menschen (Athleten), die kein oder wenig Verständnis dieser im Grunde banalen Grundbetrachtung haben:  Der Abwägung des möglichen Nutzens einer Entscheidung, einer Investition oder eines Tuns in Abhängigkeit des damit einhergehenden Risikos.

Ganz ähnlich wie beim Investieren von Geld wettend auf eine Vermehrung in der Zukunft, so kann man auch jedes Training als Investment in eine bessere Fitness betrachten. Und wenn man das als BWL‚ler macht, kann man nach alter Consulting-Manier eine schöne 2×2-Matrix (im Jargon „two-by-two“) daraus basteln. Ich denke, dass eine solche Betrachtung recht aufschlussreich für viele ambitionierte Amateure sein kann.

Risk and Return: Die 4 Quadranten-Analyse

  1. Quadrant I ist geprägt von lockerem Training, welches tendenziell recht bescheidenen Nutzen generiert, aber auch das Risiko niedrig hält. Klassisches „safety investing“. Das ist das Training des reinen Spass-Sportlers (nothing wrong with that).
  2. Quadrant II ist geprägt von der auseinander gehenden Schere zwischen Risk und Return. Sobald wir an den drei klassischen Stellschrauben Häufigkeit der Trainings (#1), Umfang (#2) und Intensität (#3) drehen, werden sich Fortschritte in der Fitness zeigen.
  3. Bis zu einem gewissen Punkt, der selbstverständlich höchst komplex von vielen Parametern abhängt und höchst individuell zu betrachten ist, bleibt das Risiko einer Verletzung recht gering. Der Nutzen eines beispielsweise intensitätsbetonten Trainings steigt dagegen rasant an (Quadrant III & IV).
  4. Dies allerdings nur bis zu einem bestimmten Punkt X, dem individuellen Maximum der blauen Nutzenkurve. Gleichzeitig steigt das Risiko einer Verletzung bzw. Krankheit als Signal des Körpers, dass das individuelle Equilibrium nachhaltig gestört ist, rasant an. Irgendwann schneiden sich die Kurven. Der Grenznutzen (wie viele „Nutzeneinheiten“ generiere ich mit meinem Training) nimmt deutlich ab, während das Risiko in nicht zumutbare Höhen abhebt.

Risiko-Abwägung: Ist dieses Training nützlich?

Selbstverständlich ist meine schematische Darstellung nur eine grobe Skizze der in der Realität zu beobachtenden Risiko/Nutzen-Vorgänge.

PS: Speziell beim Triathlon ist daneben noch das Risiko-Profil der einzelnen Sportarten zu betrachten. Schwimmen und Radfahren (abgesehen von Stürzen) mit sehr niedrigem Verletzungsrisiko. Und das Laufen mit deutlich größerem Risiko. Das ergibt einen Grund mehr, die Grundlagenausdauer vermehrt auf dem Fahrrad aufzubauen und das Laufen auf einem vertretbaren Minimum-Level zu halten.

Veröffentlicht in Du- / Triathlon, Training.

0 Kommentare

  1. Wie immer, äusserst interessant. Steigerst Du in der Base-Phase „nur“ Umfang und Häufigkeit oder auch ein wenig Intensität?

    Viele Grüße
    Olli

  2. Hallo Olli,

    also ich bin eben schon so einer von denen, die sich a) auch in der Base-Phase kaum zurückhalten können. Außerdem denke ich, dass b) auch ein paar Spitzen zur „Auflockerung“ in jede Phase (außer reine Rege) gehören. Eines der fundamentalen Trainingsprinzipien ist ja auch entsprechend das „Prinzip der variierenden Belastung“.
    Zitat aus dem „Klassiker“*: „Einerseits ist eine allmähliche, kontinuierliche Steigerung für eine stabile Anpassung des Organismus an Reize notwendig,
    andererseits führt dies in einem bestimmten Zeitpunkt zu einer Stagnation und muss deshalb durch sprungartige und variierende Belastung „gestört“ werden, um gesteigertes Leistungsniveau zu schaffen.“
    * Grosser/Brüggemann/Zintl: „Leistungssteuerung in Training und Wettkampf“

    Hilft Dir das weiter?

    Gruß, Jörg

  3. SIR, YES, SIR!

    …Spitzen werden also bewusst gesetzt, jedoch mit Bedacht und sehr variierend. Kleinere Wettkämpfe (10k-Läufe, mal einen Schwimmtest) werden dann wohl ihren Dienst vollbringen.

    Gruß
    Olli

  4. Pingback: Umfang versus Intensität « Jörg’s Multisport Blog

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