Struktur

Struktur im Triathlon-Training

Da auch ich fehlbar bin und in der vergangenen Saison wieder jede Menge „Fehler“ und damit Erfahrungen gemacht habe, möchte ich diese gern weitergeben. Damit Du nicht in die gleichen Gruben fallen musst. Erfahrungen sind es streng genommen nur deshalb, weil ich etwas daraus lernen konnte. Was uns zum heutigen Thema Struktur im Triathlon-Training führt…

In Triathlon-Kreisen ist man ja im Schnitt deutlich gebildeter und wissbegieriger als bei manch anderer Sportart. Trotzdem wird hier wie dort aus meiner Sicht viel Blödsinn einfach kopiert, „weil man das halt so macht“. Zum Beispiel die berühmte „Drei-zu-Eins-Regel“ – also drei Tage Training, einen Ruhetag, dann wieder drei Tage Training. Ähnlich auf Wochen-Ebene. Diese Struktur ist nicht per se dumm, bringt sie doch zumindest das Thema Ruhe, Erholung, Regeneration in das übliche Trainingsallerlei. Allerdings ist sie sehr starr, unflexibel, nicht auf das Individuum und seine momentanen Bedürfnisse abgestimmt (weshalb nebenbei  standardisierte Internet-Trainingspläne Humbug sind!).

Prinzipiell vorweg (ich weiß, dass das jetzt etwas gebetsmühlenartig wiederholt klingt, aber aus der Didaktik meiner Seminare weiß ich, dass „Wiederholung die Mutter allen Könnens“ ist) „Onkel Jörgi’s Trainings-Axiom„:

„Erfolg als Athlet kommt vor allem durch wiederholtes, werthaltiges, zielorientiertes Training.“

Die drei Kernpunkte

  • Wiederholt: Nur wenn wir unseren Körper wiederholt Trainingsreizen (Stress!) aussetzen, adaptiert er in die gewünschte Richtung – passt sich einem erhöhten Fitness-Level an.
  • Werthaltig: Nur ein Training ist sinnvoll im Sinne von Leistungszuwachs, das eben jenen im Fokus hat. Wert hat das Training also nur, wenn es den Körper dazu veranlasst, sich diesem erhöhten Fitness-Level anzupassen (ein unterschwelliger Reiz qualifiziert nach dieser Definition nicht, kann aber trotzdem Spaß machen). Vorsicht: Es muss deshalb nicht unbedingt „weh tun“! Auch eine GA1-Grundlageneinheit kann in diesem Sinne werthaltig sein.
  • Zielorientiert: Das Training im Allgemeinen und die Trainingseinheit im Speziellen sollte ein Ziel verfolgen (zumindest für die ambitionierten Leser dieses Blogs). Denn am Anfang des Satzes steht ja das entscheidende Wörtchen Erfolg. Und Erfolg folgt, wenn man diesem Prinzip folgt!

Zurück zur 3-zu-1-Regel: Meine Erfahrung mit mir selbst und Athleten, die ich coache ist fasst immer die gleiche: Drei Wochen qualitativ hochwertiges Training halten die meisten nicht durch. Das mag‘ im Profi-Bereich etwas anders liegen, da die Regeneration einfach eine bessere ist, wenn man nicht einem Arbeitsalltag nachgehen muss. Aber für Athleten jenseits der Dreissig mit Job und Familie passen drei Wochen Training am Stück praktisch nie. Es ist einfach nicht sinnvoll (und wird trotzdem von vielen so praktiziert), wenn man sich in einem akuten Zustand von Mattigkeit, Schmerzen und Unlust wiederfindet. Auf der anderen Seite der Medaille habe ich noch nie das Gefühl gehabt, dass ich wirklich eine ganze Woche blanke Erholung gebraucht hätte (nach Wettkämpfen schon).

Individualität ist Trumpf

Meine Empfehlung ist vielmehr: Je nach individueller Konstitution und Trainingsjahren erscheint es sinnvoller und zielführender, sowohl die Belastungs-, als auch die Entlastungsphasen vollkommen individuell – jetzt in diesem Moment – kurzfristig zu planen. „Life happens“ – das ganz normale Leben passiert einfach für uns Amateur-Athleten. Auf viele externe Stressoren haben wir keinerlei oder wenig Einfluss. Trotzdem beeinflussen sie unsere Möglichkeiten, zielgerichtet zu trainieren. Insbesondere nach einem richtig harten Training erscheint es sinnvoll, einen Tag „Pause“ einzulegen. Dieser kann natürlich ein lockeres Schwimmtraining oder eine leichte Athletik-Einheit beinhalten. Idealerweise folgt aber schon am harten Belastungstag eine entsprechende Entlastung durch eine regenerative Einheit.

Fazit: Man sollte voller Lust und im Vollbesitz seiner Kräfte die „Killer-Einheit“ angehen, die den gewünschten Trainingsreiz bringt. Für die meisten Athleten gilt: „Die lockeren Trainingseinheiten sind zu hart und die harten sind zu locker!

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0 Comments

  1. Grad beim letzten Satz ertappe ich mich auch immer wieder. Obwohl man es besser weiß.
    Aber wenn du es noch tausend mal schreibst, raffe ich es vielleicht auch irgendwann. Danke dafür.

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