Jenseits von Talent

Jenseits von Talent

Talent wird von den meisten Menschen masslos überschätzt – vor allem im Ausdauer- bzw. Triathlon-Bereich. Meine Beobachtung: Je länger die Rennen werden, desto weniger spielt Talent eine Rolle. Mir fallen gleich mehrere Athleten ein, die auch von sich selbst behaupten, dass sie weitgehend talentfrei sind, aber Langdistanz-Zeiten unter 9 Stunden dastehen haben…

So bald ein Athlet mal ein bißchen schneller als der Durchschnitt unterwegs ist, wird ihm gleich so etwas wie Talent unterstellt. Das mag in dem einen oder anderen Fall auch zutreffend sein. Talent als Äquivalent für Potenzial (das für mich maximal Erreichbare). Was aber ist mit der Potenzialerreichung? Wie nahe bin ich dem mir maximal Erreichbaren? Und wie effizient gelange ich dorthin? Will ich das überhaupt? Oder reicht mir Platz 387?

Ich denke, dass – genau wie im „richtigen Leben“ – immer wieder ähnliche zentrale Themen zu beachten sind.

Dazu ein paar Fragen

  • Was ist meine Vision (das Bild eines Endzustandes)?
  • Was ist meine Mission (was möchte ich der Welt damit geben)?
  • Bin ich bereit, das Notwendige zu tun, um dorthin zu gelangen?
  • Bin ich bereit, auf einiges zu verzichten, um dorthin zu gelangen?
  • Bin ich bereit, durch eigene Fehler zu lernen?
  • Bin ich bereit, durch die Fehler anderer zu lernen?
  • Bin ich bereit, mir einen Mentor/Coach/Trainer zu gönnen, um effektiver/effizienter ans Ziel zu gelangen?
  • Bin ich bereit, nein zu sagen, mein Leben zu vereinfachen und mich auf wenige, mir zentrale Lebensthemen zu konzentrieren?

Fokus

Die Konzentration auf einen Punkt (Fokus) ist eine der wichtigsten Eigenschaften, um in diesem Sport (oder jedem anderen Thema) weiter zu kommen.  Von Sun Tzu („Die Kunst des Krieges“) wissen wir, wie absolut entscheidend die Kraft ist, die auf EINEN fokussierten Punkt trifft.

Außerdem wichtig: Konstanz. Die richtigen Dinge (Effektivität!) immer und immer wieder (Konstanz!) tun, um mit geringstem Ressourceneinsatz das maximale an Endergebnis herauszuholen (Effizienz!).

Ich musste gerade wieder im Höhentrainingslager im Engadin daran denken. Eine Daniela Ryf macht natürlich keine total abgefahrenen, „geheimen“ Training-Sessions. Sie arbeitet einfach stoisch jede einzelne Trainingseinheit nach ihren momentanen Möglichkeiten ab. Ja, das kann manchmal etwas eintönig oder gar langweilig werden. Aber das ist Training.

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